Otto Michael Daxbeck

Büroangestellter. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1919    † 1943

 

Lebenslauf

Otto Michael Daxbeck wurde am 6.4.1919 in Schorndorf (Niederösterreich) geboren. Er arbeitete als Büroangestellter.

Aufbau einer KPÖ-Gruppe in Hainburg

Otto Michael Daxbeck war führend am Aufbau der KPÖ-Gruppe in Hainburg beteiligt.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 5. 2. 1942 wurde Otto Michael Daxbeck verhaftet und am 27. 2. 1943 gemeinsam mit Heinrich Auer, Konrad Gutleber, Wilhelm Puttinger und Franz Sachs (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 14.7.1943 erfolgte im Landesgericht I in Wien seine Hinrichtung.

Herstellung von Flugzetteln mit von ihm selbst verfassten Texten

Daxbeck stellte einige Flugschriften her. im Sommer 1941 fertigte Daxbeck etwa 2000 Stück Flugzettel mit folgendem, von ihm selbst verfassten Text an:
„Deutsches Volk! Willst du den Frieden? Schlage Hitler! Willst du Hitler schlagen? Arbeite langsam! Das ist der Ruf Millionen Gefallener an der Ostfront.“
Nach dem Überfall auf die Sowjetunion stellte Daxbeck etwa 500 Stück Flugzettel mit folgendem Inhalt her:
„Hitler bittet das deutsche Volk feige um Entschuldigung für seine Mordtat [am] 22. Juni 1941. Das deutsche Volk aber gibt Hitler zur Antwort: Nein, Hitler! Niemals werden wir deine Reue annehmen. Wir werden dich und deine Knechte zum Teufel jagen. Wir werden euch ausradieren! Ihr müsst im Blute eurer Schandtaten ersticken! Das deutsche Volk will wieder Frieden!“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Spezielle Bildrechte bei Anklicken des Bildes
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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